Die Platte als Schlachtfeld im Kampf gegen sich selbst? "Feurig, gewagt, kribbelig und manchmal über persönliche Erfahrungen", so zumindest sieht der R&B-Sänger sein Werk selbst.
Für sein sechstes Studioalbum hat sich der 31-Jährige jede Menge hochkarätige Unterstützung geholt. Mit an Board ist unter Anderem will.i.am von den "Black Eyed Peas" - mit "Omg" gelingt den Beiden eine energiegeladene Tanznummer. Kein Wunder auch, dass Usher sich den Support von Ludacris gesichert hat. Im Jahr 2004 führten die Beiden mit der Single "Yeah!" wochenlang die Charts an. "She Dont Know" soll diesem Erfolg möglichst nacheifern. Die Chancen stehen gut.
Die Zusammenarbeit mit T.I. ist für Usher allerdings weniger fruchtbar. Mit "Guilty" ist den Beiden lediglich ein durchschnittlicher Track gelungen. Beide können mehr - aber auch nur solo.
"Raymond vs. Raymond" hat neben zahlreichen schnelleren Nummern auch einige ruhige Tracks zu bieten wie beispielsweise in "Papers". Hier verarbeitet der Blackmusic-Schnuckel seine Scheidung nach zweijähriger Ehe mit Tameka Foster: "Ich unterschreibe die Papiere. Du lässt mir keine andere Wahl, Süße." Im Kontrast dazu steht "Hey Daddy". Hier gehes um bessere Zeiten, um Liebesfantasien a la "Daddy ist zuhause".
Viele Facetten, aber wenig Neues
Dass Usher eine Stärke für Balladen besitzt, zeigt sich vor Allem auch in "There goes my baby". Ein smoother Track mit viel Gefühl, indem seine unverwechselbar weiche Stimme wieder einmal brilliert.
"Raymond vs. Raymond" ist ein Album mit vielen Facetten – so kennen wir es von ihm. Ob er damit den Anschluss an seinen "Confession"-Erfolg von 2004 schafft, bleibt abzuwarten. Denn sind wir mal ehrlich, wer braucht im Jahre 2010 noch den Stoff, der einen sechs zuvor schon kickte? Niemand! Und daher enttäuscht der Sänger durch quantitive Qualität und qualitative Durchschnittsware aus einem anderen Jahrzehnt.
Sein Freund und Kollege Jay-Z jedenfalls scheint an dem Erfolg des Texaners keinen Zweifel zu haben. Er sieht ihn sogar als Nachfolger von Michael Jackson. Ob Usher der neue "King of Pop" wird, muss sich noch zeigen – zumindest eine ähnliches Ende wünscht man ihm doch weniger. Trotz dieses Ausfalls.
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