
"Du kannst nicht immer dasselbe machen." – das sagt Gentleman im Vorfeld seines neuen Albums. Klar, nach vier Platten muss man sich beweisen, aber auch interessant bleiben und überraschen. "Diversity" (z.dt. Vielseitigkeit) lautet also dieses Mal das Motto. Aber ob sein neues Werk hält, was der Name verspricht?
Einiges hat sich geändert bei dem jamaikanischsten Deutschen. Der Musiker hat nach zehn Jahren nicht nur sein Plattenlabel gewechselt, er fühlt sich auch nicht mehr dazu gezwungen, einem Stil treu zu bleiben: "Ich habe die ganze Bandbreite ausgenutzt die Reggae zu bieten hat. Roots, Hip Hop, Dub, Akkustik, Ballade und Dancehall".
Gesellschaftskritisch wie wir ihn kennen, zeigt er sich bei "It not pretty". Der Song stellt viele Fragen an das Leben. Antworten gibt der 34-Jährige keine. Er sagt es ja selbst: "Ich glaube auch nicht mehr an die heile Welt oder das es sie jemals geben wird". Melodisch klingt seine erste Singleauskopplung erstmal ungewohnt, anders, gut. Auch das Video ist untypisch für den Reggaemann. Als Prügelopfer läuft es für ihn darin nämlich überhaupt "not pretty".
So hat man den Echogewinner noch nicht gehört?
Mit Songs wie "To The Top" oder "Tempolution" versucht er seine angekündigten "Vielfältigkeit" zu unterstreichen. Die Titel haben einen experimentellen Einfluss, den man so vorher von dem Echogewinner nicht gehört hat. Ruhigere Klänge schlägt der Osnabrücker in seinen Kooperationen mit seiner langjährigen Freundin Tanya Stephens an. Mit "Another Melody" und "Help" kehren die beiden Musiker zurück zu den Wurzeln des Reggae. Die wichtigste Frau im Leben des Künstlers ist aber eine ganz andere. "Everlasting Song" klingt wie eine Hymne an seine langjährigen Lebensgefährtin Tamika. "Wir sind schon so lang zusammen und halten ganz fest zusammen. Mit dir will ich alt werden.", singt er.
Vermutlich hätten es aber fünf bis zehn Songs weniger auch getan. Bei 19 Titeln ist es eben unumgänglich, dass sich Melodie, Tempo und Text zeitweise ähneln. Und dann leidet die gewollte "Vielfältigkeit" eben doch. Aber das ist dem Sänger ja jetzt sowieso egal – Hauptsache er "fühlt es".
Fazit: Da wäre noch ein bisschen mehr gegangen
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