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You And Me (in My Pocket) - Milow

bigINTERVIEW mit Daniel Merriweather

London, Paris, Berlin – was hast du von deiner Europatour alles mitgenommen?
„In all den Städten war ich leider immer nur für ein paar Stunden und dann folgte auch schon die nächste Stadt. Aber in Paris hatte ich zwei Tage Freizeit und war fest entschlossen, das Louvre zu besichtigen. Ich sagte mir, dass es kein zweites Mal geben wird, wo ich nach Paris komme um die Mona Lisa zu sehen. Ich musste sie sehen. Also ging ich rein. Die Tour war für mich eine verkürzte Version von einem Urlaub. So konnte ich mir alles anschauen und dann sehen, wo ich mal gerne mehr Zeit verbringen möchte.

Wo hat es dir dann bis jetzt so gut gefallen, dass du noch mal hin möchtest?
„Hier in Deutschland gefällt es mir sehr gut – ein Land, das ich noch nicht so kannte. Ich hatte sogar Deutschunterricht als ich 16 war. Ich habe einfach was für Deutschland übrig. Wenn ich an den Unterricht zurück denke, fällt mir ein, wie mir mein Deutschlehrer etwas über „Sauerkraut“ beigebracht hat. Wobei wir auch schon bei meinem gesamten Wissen über Deutschland wären: Es fängt bei „Bier“ an und endet bei „Sauerkraut“.“

Wie fühlt es sich an, dass dein Album „Love & War“ endlich über die Ladentische geht?
„Es fühlt sich wirklich gut an. Seit acht Jahren arbeite ich mit Musik, sei es durch Produktion oder Schreiben. Ich arbeite schon so lange an dem Album und habe es jetzt endlich fertig gestellt. Jedes Jahr hat es irgendwie nicht geklappt, aber letztendlich habe ich es geschafft. Es freut mich das ganze Produzieren endgültig beendet zu haben und jetzt mein Platte über die Verkaufstische zu reichen.“

Love & War ist dein zweites Album, aber offiziell Debütalbum ist. Was ist mit dem ersten Album passiert?
„Das war ein Album, das niemals da war. Um ehrlich zu sein, fühlt es sich an, als wäre „Love & War“ mein drittes Album. Ich habe in den vergangenen Monaten so viele Songs geschrieben und aufgenommen. Nachdem ich dann einen ganzen Haufen Songs produziert habe, komme ich irgendwann an einen Punkt, an dem ich 12 Songs ein Album nenne. Der Unterschied jetzt ist, dass ich es mir wirklich zur Aufgabe gemacht habe, ein Album zu machen. Ich wollte Track eins bis 13. Das ist der Unterschied zu meinen vergangenen Plänen.“

Impossible“, „Change“, „Red“ –  für was stehen die Songs?
„Bei den Songs steht vor allem mein Wille, ein Album zu machen, im Vordergrund. Bei „Love & War“ wollte ich einfach tolle Songs schreiben und gute Musiker haben, die meine Songs spielen. Ich wollte ein ehrliches Album, das keine wirkliche Verbindung zu einem Genre oder Stil hat – ich wollte meine Musik einfach ausleben."

 

Mark Ronson hat auch bei deinem Album mitgewirkt – wie war es mit ihm?

„Ich traf Mark Ronson vor sechs Jahren und da hatte ich ein gerade ein Demo mit ungefähr 15 Songs. Ich suchte jemanden, der sich das mal anhören wollte. Mark war zu der Zeit DJ in New York und ich habe ihn das Demo dann zugesandt. Daraufhin lud er mich nach New York ein um mit ihm zusammen zu arbeiten. Er war zwar damals mehr DJ als Produzent, aber trotzdem auf der Suche nach einem neuen Projekt. Und da ich mich ja gerade nach einem Produzent umschaute, haben wir uns gefunden. So haben wir drei bis vier Monate in New York verbacht und gearbeitet. Mit der Zeit sind wir gute Freunde geworden und beeinflussen den jeweils anderen bei der Arbeit. Mark hat ein tiefes Verständis für Musik. Wenn ich eine Melodie habe oder einen Song schreibe, dann kann er mir direkt weiterhelfen. Ich hatte immer genaue Vorstellungen wie sich mein Album anhören soll und Mark half mir das zu erreichen. Bei den ganzen Aufnahmen haben wir keine Computer genutzt. Was man jetzt auf dem Album hört, ist wirklich das, was in der Zeit im Studio passiert ist. Es hat auf alle Fälle viel Spaß gemacht mit Mark.“

 

Der Song „Red“ als zweite Auskopplung von deinem Album – was ist besonders an ihm?

„In dem Song geht es um eine Beziehung, in der einiges falsch läuft. Andererseits ist er eine Metapher für den jetzigen Zustand der Welt. Ich will Themen ansprechen, wie den konstanten Missbrauch der Macht und die fahrlässigen Entscheidungen der Supermächte. Ich mag es Songs über was zu schreiben, das ich auch sehe und spüre. Ich nehme die Dinge um mich herum und packe sie zu einem Track zusammen - wie ein Tagebuch."

 

Gibt es noch einen Track, der eine besondere Bedeutung für dich hat?

„Der Song führte dazu, dass ich Mark als Produzent für mein ganzes Album haben wollte. „Chainsaw“ war einer der ersten Songs, der für das Album aufgenommen wurde. Er machte mir klar, wie ich es haben will. Also hatte diese Produktion sehr großen Einfluss gesamte Album. „Chainsaw“ handelt vom übermäßigen Alkohol Trinken. Vertraue nie einem Mann mit zwei Vornamen – Jack Daniels ließ mich das oft genug erfahren.“

 

Mit Freunden chillen, zu Hause relaxen - was hält dich auf dem Boden?

„Ich bin gar nicht auf dem Boden, das ist das Problem. Nein, ich mache nur Scherze. Mich mit Freunden treffen und einfach gute Leute um mich haben, das tut mir gut. Egal wo ich bin, ich habe überall ein paar Freunde, die mir helfen, dass alles normal bleibt."

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