Habt ihr ein festes Ritual vor euren Gigs ?
„Oh ja! Wir versammeln die ganze Meute hinter der Bühne. Dann umarmen wir uns. Und dann schreien wir „Raketenpuller“. Das passiert vor jedem Auftritt. Dieser "Schlachtruf" hat sich daraus ergeben, als ein Kumpel von mir mit seinem Sohn im Freibad war. Der Kleine schrie auf einmal "Papa, Raketenpuller". Sein Vater hatte nämlich unerwartet einen "Ständer" bekommen. Das fanden wir so lustig, dass wir das als "Motto" genommen haben. Wenn man hinter der Bühne „Raketenpuller“ hört, dann sind wir nicht weit - sondern gleich auf der Bühne.“
Wo siehst du den Unterschied zwischen gemütlichen Konzerten mit 150 Leuten und Festivals mit mehreren tausend Kreischwütigen?
„Wenn man Konzerte gibt, kommen die Leute ausschließlich wegen des Künstlers. Zu Festivals kommen sie wegen mehreren Bands und man hat die Möglichkeit sich neue Hörer Menschen regelrecht "zu erspielen". Dieses Jahr haben wir auf vielen auf Festivals, wie unter anderem dem „Hurricane“ und seiner kleinen großen Schwester „Southside“, gespielt, wo wir sehr gut ankamen. Außerdem hatten wir die Chance andere Bands zu sehen. Ben Harper bei einem seiner Auftritte zu sehen, war ein absolutes Highlight.“
Ungewaschene Fans, fiese Nudelgerichte: Was magst du auf Festivals gar nicht?
„Ich denke, dass es wichtig ist, das der Organisator des Festivals weiß, wie er es führen muss. Man kann da vieles richtig oder falsch machen. Die Leute kommen zusammen, mit dem gemeinsamen Nenner, "feiern" zu wollen. Da muss das Line-Up stimmen. Ich selbst habe dieses Jahr schon viele Konzerte gespielt, bei denen alles geklappt hat. Aber es hat schon Fälle gegeben, wo die Band vor uns nicht so gepasst hat. Wenn nämlich ein Festival um Mitternacht beendet sein soll und jede Band zeitlich überzieht, dann kann es sein, dass der letzte Act nur noch fünf Minuten hat. Mit der guten Stimmung der Leute ist es da ganz schnell vorbei.“
Abgehoben oder Bodenhaftung: Wie kommst du mit deinem stetig wachsenden Erfolg zurecht?
„Den Erfolg kann ich gut verarbeiten, weil er genau zur richtigen Zeit kommt. Wir sind ein großes Team und machen alles selbst. Wenn wir auf Tour gehen, haben wir einen ganzen Sack voll Leute dabei, die alles mitgestalten. Vom Soundmann, über den Busfahrer, bis hin zur Lichtcrew – das sind Freunde von uns, die alle ihren Platz gefunden haben. Sie sind Profis von der Straße und sie machen ihren Job schon seit Jahren. Und wir haben alle schon viele Fehler gemacht. Der Erfolg kommt genau zu der Zeit, wo wir damit klargekommen sind.“
Viele Künstler trifft das Burnout-Syndrom, wenn sie sich überarbeiten. Machst du dir Sorgen, dass es dich auch erwischen könnte?
„Da passe ich schon gut auf. Aber ich habe auch immer Leute dabei, die auf mich achten – Freunde, die quasi dazu eingestellt sind, nach mir zu schauen. Die holen mich dann schon wieder runter, wenn ich zu Höhenflügen ansetze. Momentan geht es mir gut, aber meine Band und ich haben auch sehr anstrengende Zeiten hinter uns. Man muss schon aufpassen, dass man sich nicht überarbeitet. So etwas passiert nämlich schnell.“
Familie oder Groupies: Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?
„Freunde von uns haben ein "Jugendspaß"-Orchester gebildet, mit denen wir gerne Konzerte geben möchten. Das sind 70 Leute, die sich in der Freizeit treffen und klassische Musik machen. Wir werden sowohl Clueso-Songs neu umsetzen, wie auch original Orchesterlieder ins Programm nehmen. Außerdem habe ich schon an neuen Albumskizzen gearbeitet. Da ich letztens an Max Herres Album mitgarbeitet habe, werde ich ihn jetzt zu mir einladen um mein eigenes Album fertig zu stellen. Die Zusammenarbeit mit ihm passt einfach. Also, alles andere liegt dann erstmal auf Eis“
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