Was hat denn das Coverfoto mit „Code B“ zu tun?
Der Titel „Code B“ stand schon fest, bevor ich mir einen passenden Sinn dazu ausgedacht hatte. Der Name soll ans „Chiffrieren“ und an „Chiffriermaschinen“ erinnern – und auch Agentenmusik verkörpern. Ich und mein Grafiker und die Fotografin hatten dann die Idee ,aufgrund des Agentenkonzepts, eine echte Maske meines Gesichts zu erstellen – als Konzept-Cover sozusagen. Das ist zwar sehr aufwendig, da nicht mehr so viele Platten verkauft werden, doch das ist mir egal, da das Cover Teil meiner Platte ist.
Außerdem ist Code B das Cover zu meinem Herzen. Die Maske kommt bei Fans hervorragend an. Ich sah beispielsweise einen Dachdecker auf dem Gerüst mit der Maske sitzen und einen Breakdancer der die verrücktesten Moves mit der Maske meines Gesichtes kreierte. Aber auch teilweise obszöne Dinge wurden mir geschickt: der Freund eines weiblichen Fans trug die Maske während die beiden Sex hatten.
Deine Lebensgeschichte ist manchmal sehr verwirrend: Stimmt denn alles was in Deiner Biographie steht?
Diese Biographie ist sehr lang und konfus. Stefan drehte etwas durch als er die Bio schrieb, aber die Charles Bronsen Reihe, auf die ich auch oft angesprochen werde, habe ich nicht digitalisiert. In Graceland war ich leider auch noch nie. Das will ich aber unbedingt noch nachholen. Viele Dinge sind einfach nur Metaphern die mich widerspiegeln sollen. Ich will einen Aufruf an die Hörer wegen der „Ein Mann sieht rot“ Reihe starten, die es in Deutschland gar nicht unzensiert gibt, da sie in den 70ern oder 80ern auf den Index gesetzt wurde.
Mir sind viele Features auf deiner Platte aufgefallen, wie kam es dazu?
Es gibt viele Features auf meiner Platte, da ich anders als bei den Ärzten, Leute die ich bewundere, oder bei denen ich glaube, dass sie zu mir passen, einfach eingeladen habe um auf meiner Platte zu spielen. Marcel Eger zum Beispiel, der mit mir das Schlagzeug teilt, ist der Verteidiger vom FC St. Pauli. Pauli bin ich eng verbunden und ich bin auch privat gut mit Marcel befreundet. Er sagte einmal, dass er ständig am Schlagzeug sitzt und übt. Da dachte ich: „lade ihn ein“. Jetzt hat er einen Song auf meiner Platte. Das Üben hat sich also bezahlt gemacht.
Denkst Du auch privat in Schwarz und Weiß?
(lacht) Man sollte eigentlich gar nicht schwarz, oder weiß denken. Man kann nie eindeutig sagen, ob etwas nur gut, oder nur schlecht ist. Wobei ich mich selbst auch manchmal dabei ertappe, wenn es um DJ Bobo, DJ Ötzi oder die NPD geht. Da kann ich einfach nur sagen, ich mag sie nicht und will nichts mit denen zu tun haben. Sorry für die Ausdrucksweise, aber das sind für mich Arschlöcher und fertig!
Aber das Grundprinzip sollte eigentlich sein, das man genau überlegt und auch eine Begründung hat, warum man diese oder jene Meinung Vertritt – mit allen Vor- und Nachteilen.
Du hast eine Zwillingsschwester. Wer war dominanter in der Kinderstube?
Eindeutig Sie!
Magst du Kinder?
Ja, eigentlich schon.
Hast du Tipps für Nachwuchsbands um die große Bühnenwelt zu rocken?
Einfach durchdrehen und niemals aufgeben! In Linz haben wir eine Newcomerband aus Münster kommen lassen –„Dampfmaschine“ hießen die – die bis dahin noch keiner kannte. Wir fanden sie aber richtig gut. Die Jungs spielten dann zwei Tage mit uns vor 35.000 Fans. Das heißt jetzt nicht, dass ihr alle anrufen sollt und fragen sollt, ob ihr vor den Ärzten spielen könnt, aber es heißt ja bekanntlich : „Wunder gibt es immer wieder!“
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