Im Kampf gegen den Smog: Die chinesische Stadt Xian errichtet größten Luftreinigungsfilter

von bigFM Staff / 17.01.2018 - 15:35

Noch in der Testphase

Der 2015 ins Leben gerufene Luftreinigungs-Tower der chinesischen Akademie für Wissenschaften hat nach seiner Fertigstellung für spürbar sauberere Luft gesorgt. Wird dieses Pilot-Projekt nun zur Pflicht für alle chinesischen Städte? 

Hohe Luftverschmutzung
Das Ministry of Environmental Protection of China, kurz MEP, gibt die durchschnittliche Feinstaubbelastung im täglichen Durchschnitt mit 171 My-Gramm pro Kubikmeter an. Damit überschreitet dieser Wert nicht nur den chinesischen Grenzwert um 96 My-Gramm pro Kubikmeter, sondern erreicht auch das Sechsfache des internationalen Tagesmittels. Schuld dafür sind die zahlreichen Kohlekraftwerke der Provinzhauptstadt von Shaanxi. Forscher der chinesischen Akademie für Wissenschaften haben aufgrund der Umweltverschmutzung einen Plan geschmiedet und unter der Leitung von Ingenieur Cao Junji einen 100 Meter Hohen "Anti-Smog-Tower" errichtet, der die verschmutze Luft reinigen soll. Die Ergebnisse des Testlaufs ermutigen die Forscher zu weiteren Luftreinigungsanlagen in Großstädten Chinas. Ein vollwertiger Turm hätte, laut dem Patentantrag, eine Höhe von 500 Metern und einen Durchmesser von 200 Metern.

Der Tower
Ziel der Studie war es, eine effektive und kostengünstige Methode zu entwickeln, mit der sich Schadstoffe künstlich aus der Luft filtern lassen. Nun saugt der gigantische "Lufterfrischer", der im Chang'an-Distrikt steht, die verschmutze Luft ein und erwärmt diese. Die aufgeheizte Luft steigt dann durch den Turm nach oben. Dabei sorgen mehrere Reinigungsfilter dafür, dass was saubere Landluft in die Atmosphäre geblasen wird. Angetrieben wird diese revolutionäre Idee allein mit Sonnenenergie. 

Spürbare Verbesserung
Täglich kann der Turm zehn Millionen Kubikmeter saubere Luft "produzieren". Selbst an Tagen mit hoher Luftverschmutzung war die Anlage, laut Studienleiter Cao, in der Lage diese auf ein moderates Niveau zu senken. Sogar eine Restaurant-Managerin, deren Restaurant etwa einen Kilometer nordöstlich der Anlage liegt, habe nach Aussagen gegenüber der "South China Morning Post", eine Verbesserung der Luftqualität bemerkt. Es gibt aber auch Menschen, die keine Besserung spüren. So eine Kindergärtnerin des Meilun Tiancheng Kindergarten am Rande der zehn-Quadratkilometer-Zone: "Es ist genauso schlimm wie anderswo". Die Forscher werden im März dieses Jahres eine detaillierte wissenschaftliche Bewertung der Gesamtleistung abgeben - und so hoffentlich den Stein ins Rollen bringen.