Welchen Einfluss haben Hip-Hop-Beats auf das Gehirn?

von bigFM Staff / 03.01.2018 - 17:25

Die Rap-Therapie

Eine Studie der Cambridge Universität zeigt auf, welchen Einfluss Rap-Musik hat und wie diese Menschen mit Depressionen und einem geringen Selbstwertgefühl helfen kann.  
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Die urbane Kultur
Die ersten Rap-Songs entstanden bereits Anfang der 1970er Jahre in der Bronx. Sie dienten als eine Art Statement gegen die soziale und wirtschaftliche Benachteiligungen der Bewohner des Brenpunktes Nahe New York City. Mithilfe ihrer Tracks konnten Betroffene ihrer Wut und Frustration eine Stimme verliehen und die Gesellschaft auf bestehende Misstände aufmerksam machen. Obwohl Rap bereits in den Kinderschuhen eine Art der Selbsttherapie war, hätte keiner zu den Anfangszeiten damit gerechnet, dass daraus eine universelle Therapie entstehen kann - denn die aus der Cambridge-Studie hervorgegangene soziale Organisation namens "Hip Hop Psych" nutzt Rap-Texte tatsächlich dazu, Menschen, die an mentalen Krankheiten erkrankt sind, zu therapieren.

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Was reizt uns an Musik?
Musik bewegt in emotionaler, psychischer und physischer Art und Weise. Dabei reagiert jedes Individuum unterschiedlich auf musikalische Reize. Während die einen in Erinnerungen schwelgen, werden andere durch Klänge traurig oder gar freudig. Kein Wunder - spricht Musik die wichtigsten Teile des Gehirns an: den Frontallappen, den Temporallappen, den Parietallappen und den Okzipitallappen, die für visuelles und räumliches Denken, motorische Funktionen und Emotionen zuständig sind. Areale, die für die Motorik, die Aufmerksamkeit oder das Gedächtnis zuständig sind, werden beim Hören von Musik ebenfalls aktiviert.

Und all das soll Menschen mit einer psychischen Erkrankung helfen, diese überwinden zu können. Um das feststellen zu können, gab das Nationale Institut für Taubheit und andere Kommunikationsstörungen der Vereinigten Staaten von Amerika Gehirnscans von Rappern und Freestylern in Action in Auftrag. Dabei fanden sie heraus, dass sich die Künstler während ihrer Performances in einem alternativen Geisteszustand befanden. 

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Rap-Lyrics als Therapie-Inhalt
"Es ist knapp 50 Jahre her, seit Hip-Hop in den Ghettos von New York seinen Ursprung fand. Mittlerweile hat diese Musikrichtung einen weiten Weg zurückgelegt und dabei die unterschiedlichsten Bereiche wie die Politik oder Technologie beeinflusst. Jetzt hoffen wir, die Medizin dieser Liste hinzufügen zu können", so die Neurowissenschaftlerin Dr. Becky Inkster in einem Statement auf der Universitätseigenen Webseite. Die Hoffnung der Wissenschaftler besteht in der motivierenden Wirkung, die diese Texte auf Menschen haben können. So spornen Rap-Songs, die von Erfolg aus eigener Kraft handeln, nicht nur Sportler vor großen Ereignissen an. Diese positive Wirkung wollen Dr. Inkster und ihr Team an psychisch erkrankten Menschen testen - es wäre doch schön, wenn Hip-Hop ihnen helfen könnte, Depressionen zu überstehen.