Diese Informationen greift der Messenger-Dienst WhatsApp von Deinem Smartphone ab

von bigFM Staff / 03.01.2018 - 16:00

Und wie Facebook diese Daten missbraucht

Die Datenschutzerklärung WhatsApps ließt sich wohl kaum einer vor der Installation durch. Doch nun geht das Bundeskartellamt genau deshalb gegen die App und dessen Mutterkonzern Facebook vor.  

Welche Daten sichert WhatsApp?
Ist Dir bewusst, dass der Messenger WhatsApp alle Informationen, die Du zur Verfügung stellst, sammelt? Das beinhaltet Deine Mobiltelefonnummer, all Deine Kontakte, Dein Profilbild und Deinen Nutzernamen. Nachrichten werden seit 2015 durch die sogenannte "Ende-zu-Ende-Verschlüsslung", die es nur dem Empfänger ermöglicht, die Texte zu lesen, geschützt versandt. Laut Facebook werden die Nachricht direkt nach der Zustellung an den Empfänger von den Rechnern des Konzerns gelöscht. Jedoch speichert WhatsApp, das zu Facebook gehört, die Geräteinformationen, also beispielsweise die Modellnummer deines Handys, ab. Für "Diagnosezwecke und zur Problem- beziehungsweise. Fehlerbehebung", so heißt es, werden zudem jegliche Standortinformationen des Benutzers gesichert. 

Profiling
Die Messenger-App verwendet demnach alle zur Verfügung stehenden Informationen über ihre Nutzer, um ihre Dienste "zu betreiben, anzubieten, zu verbessern, zu verstehen, zu individualisieren, zu unterstützen, und zu vermarkten". Aus den gleichen Gründen teilt der Nachrichtendienst Deine Daten gegen eine Bezahlung auch mit Drittanbietern, wie etwa dem Mutterunternehmen Facebook. Die Konzerne betreiben damit ein sogenanntes "Profiling", das bedeutet sie erstellen ein Nutzer-Profil anhand der gesammelten Daten und deren Analyse. Hältst Du Dich etwa oft in einem Hallenbad auf und schickst von dort aus Nachrichten an Deine Freunde, kann es sein, dass Dir in Deinem Facebook-Feed schon bald Werbung eines Freizeitbades angezeigt wird. 

Verstoß gegen die Datenschutzwertungen
Da sich Facebook und WhatsApp damit in einer rechtlichen Grauzone befinden, plant das Bundeskartellamt gegen das Sammeln und Verwerten von Daten aus Drittquellen ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer, vorzugehen. "Das Ausmaß und die Ausgestaltung der Datensammlung verstößt gegen zwingende europäische Datenschutzwertungen", erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts auf der Amtseigenen Webseite. Mundt sieht dieses Daten-Sharing der Konzerne zudem als eine Art "möglichen Missbrauch von Marktmacht" an. Derzeit läuft ein Verwaltungsverfahren gegen die Facebook Inc. - eine abschließende Entscheidung wird nicht vor dem Sommer 2018 erwartet. Die vorläufige Einschätzung des Kartellamts lautet, dass das Unternehmen Facebook missbräuchlich handelt, indem es unbegrenzt jegliche Art von Nutzerdaten aus Drittquellen wie seinem Messenger-Dienst WhatsApp sammelt und diese mit Facebook-Konten zusammenführt.