Erwischt! Illegales Streaming könnte Euch teuer zu stehen kommen

von bigFM Staff / 22.12.2017 - 12:15

Happige Abmahnungskosten

Ist einem das Kino oder Netflix zu teuer, locken einige Webseiten mit kostenlosen Streaming-Möglichkeiten der neuesten Filme und Serien - doch so verführerisch diese Angebote auch klingen, könnten sie Dich bei einer Abmahnung ordentlich etwas kosten lassen.

Keine juristische Grauzone mehr
Mit nur wenigen Klicks zur absoluten Lieblingsserie oder brandneuen Kinofilmen und das alles auch noch kostenlos? Streaming-Portale können einem wirklich verlockend erscheinen, doch seit Ende Mai 2017 ist das Verwenden von "kinox.to" und Co. nun offiziell illegal, wie ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs erklärt. Denn selbst, wenn die Video-Daten während eines Streams nur temporär auf dem Computer gespeichert werden, sind diese Fälle fortan als klare Urheberrechtsverletzung einzuordnen. Dies gilt dabei auch nicht nur für das Ansehen rechtswidriger Film- und Serienstreams, sondern auch für illegale Übertragungen der Bundesliga und anderen Sport-Events.

Die Abmahnnung
Obwohl diese Streams ausdrücklich verboten sind, soll die Chance, dafür belangt zu werden, relativ gering sein. "Was Nutzer meist rettet, ist die schwierige Nachverfolgung des Downloads und Identifizierung des Nutzers", erklärt der Rechtsanwalt Ray Migge gegenüber dem Magazin "Techbook". Die Möglichkeit dazu besteht dennoch allemal und könnte Dich bei einer Abmahnung ganze 200 bis 400 Euro Strafe kosten, wie der Experte für Urheber- und Medienrecht Karsten Gulden gegenüber "Techbook" erläutert. Eine richtige, legale Mitgliedschaft bei Sky, Netflix und Co. würde sich da schon deutlich mehr lohnen. Dort muss man sich keine Sorgen um Urheberrechtsverletzungen machen und kann seine Filme, Serien und Live-Sport darüber hinaus auch noch in deutlich besserer Qualität auf dem großen Fernseher genießen.

Vorsicht vor Betrügern
Das neue Gesetz wird derzeit allerdings auch von dubiosen Firmen ausgenutzt, um falsche Abmahnungs-E-Mails im Namen einer Kanzlei zu verschicken, wie die Verbraucherzentrale in Niedersachsen warnt. In diesen wird man dazu aufgefordert, für sein Vergehen mehr als 300 Euro an eine Bank in Großbritannien zu überweisen. Das könnte einen natürlich definitiv einschüchtern und zu Panik-Überweisungen verleiten. Es handelt sich dabei allerdings ausdrücklich um Betrüger - man sollte die Gebühr deshalb nicht bezahlen und Anzeige bei der Polizei erstatten.